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Neues Angebot für Menschen mit Pflegebedarf und Ihre Angehörigen “Familienkonferenz Pflege - Gute Pflege Zuhause”

Mit dem Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) hat der Bund den § 123 SGB XI neu gefasst. Damit können die Bundesländer gemeinsam mit der Pflegeversicherung Modellvorhaben fördern, die Pflegebedürftige, Angehörige und nahestehende Personen unterstützen.

 

Auf dieser Grundlage wird in Sachsen-Anhalt von 2026 bis 2028 das Modellvorhaben „Familienkonferenz Pflege – Gute Pflege Zuhause umgesetzt. Träger ist die Gesellschaft für Prävention im Alter (PiA) e. V., in Kooperation mit der Malteser Hilfsdienst gGmbH Region Magdeburg, der Bürgerinitiative Stendal e. V., dem biworegio e. V. aus Bitterfeld-Wolfen und dem Heimatverein Wildtulpe e. V. aus der ländlichen Region Petersberg im Saalekreis. Ziel des Modellvorhabens ist es, die häusliche Pflege zu stärken und die Lebensqualität von Pflegebedürftigen und ihren An- und Zugehörigen mit einem strukturierten Verfahren nachhaltig zu verbessern.

 

as Verfahren knüpft an den seit den 2000er Jahren in der Kinder- und Jugendhilfe etablierten Ansatz des Familienrats an und zielt auf die Aktivierung und Unterstützung des sozialen Umfelds ab.
 

Im Zentrum des Verfahrens steht die Absicht, Familien und ihr Umfeld zu aktivieren und ihre Selbstbestimmung zu fördern. Die Koordination für die Familienkonferenz unterstützt bei der Klärung aller Fragen, die sich im Vorfeld und während des Familienrats ergeben. Bei Bedarf können auch Fachkräfte hinzugezogen werden, die die Situation einschätzen und über Unterstützungsleistungen informieren.
 

Kernstück der Familienkonferenz ist eine „family-only-phase“, in der die Beteiligten, denen die betroffene Person vertraut, wie Angehörige, Freunde, Nachbar:innen etc. gemeinsam Lösungen finden, wie die Pflegesituation für alle Beteiligten optimaler gestaltet werden kann. Dabei werden z. B. folgende Fragen geklärt: Welche Unterstützungsangebote werden bereits genutzt? Welche zusätzlichen Hilfen sind von außen nötig? Wie können sie sich gegenseitig unterstützen? So wird das Verantwortungsbewusstsein der Beteiligten für die Gestaltung des Pflegeprozesses und gleichzeitig ihr Recht auf Selbstbestimmung gestärkt. Die Koordination dokumentiert im Anschluss an die „family-only-phase“ die Ergebnisse und weist bei Bedarf auf offene Punkte hin.
 

Die „Familienkonferenz Pflege“ wird im Modellvorhaben über Fachkräfte der Verbundpartner angeboten. Die landesweite Fachstelle beim PiA e. V. qualifiziert die Fachkräfte und koordiniert das Gesamtprojekt. Langfristig soll das Verfahren landesweit bekannt und über Fortbildungsangebote weiteren Trägern und Fachkräften zugänglich gemacht werden.
 

Gemäß § 124 SGB XI ist eine wissenschaftliche Begleitung und Auswertung als Begleitstruktur für die Modellvorhaben nach § 123 SGB XI vorgesehen. Diese erfolgt im Modellvorhaben „Familienkonferenz Pflege – Gute Pflege Zuhause“ in Zusammenarbeit mit dem Institut für Gerontologische Forschung e. V.

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Fr, 04. September 2026

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